Erster Drogenkonsumraum

Kurz zur Einordnung: LOLA ist ein Betrieb von CONTACT Stiftung für Suchthilfe und bietet Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt die Möglichkeit, wieder Fuss im Berufsleben zu fassen. Und nun tauchen wir ab, in die 1980er- und 1990er-Jahren, wo sich der Konsum illegaler Drogen entwickelt und auch in Bern offene Drogenszenen entstehen.

Im Juni 1986 eröffnet CONTACT an der Münstergasse einen Aufenthaltsraum mit Cafeteria. Die Idee dahinter: ein niederschwelliger Ort mit Beratung und Verpflegung. Was folgt, ist gelebte Praxis: Drogenabhängige beginnen in einem Hinterraum der Cafeteria ihre Drogen zu konsumieren und die CONTACT-Mitarbeitenden entscheiden sich, dies zu tolerieren. Die Überlegung dahinter: Der Konsum, der ohnehin stattfindet, soll begleitet erfolgen, unter hygienischen Bedingungen und mit der Möglichkeit, im Notfall einzugreifen.

So entsteht der erste Drogenkonsumraum weltweit – ein mutiger Schritt im Namen der Überlebenshilfe. Später wird die Schadensminderung und Risikominimierung eine der vier Säulen der Schweizer Suchtpolitik.

Heute betreibt CONTACT Anlaufstellen mit Konsumräumen in Bern und Biel. Diese Angebote werden durch die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) des Kantons Bern finanziert. Das in Bern entwickelte Modell dient dabei bis heute als Vorbild für zahlreiche Drogenkonsumräume in der Schweiz und international.

Am 20. Juni 2026 von 10 bis 15 Uhr kannst du anlässlich des Bärner Stadtfeschts unsere Anlaufstelle an der Hodlerstrasse 22 besuchen – bevor wir für unsere Klient*innen öffnen. Der Tag der offenen Tür in Biel findet am 05. September 2026 statt.